Der Hauptcharakter Fabian, ein 32-jähriger Reklamefachmann, eröffnet dem Leser einen faszinierenden Einblick in sein Leben. Auf bescheidene Weise präsentiert er sich mit den Worten: „Fabian, Jakob, 32 Jahre alt, Beruf Reklamefachmann, Schaperstraße 17.“ Diese einfache Vorstellung reflektiert nicht nur seinen Wohnort, sondern auch seine Lebenssituation und die Herausforderungen, denen er gegenübersteht. Fabian ist in Dresden geboren und aufgewachsen, wo seine Eltern ein Seifengeschäft führen.
Fabians Werdegang ist geprägt von ungewöhnlichen Wendungen. Nach seiner Dienstzeit als Soldat im Ersten Weltkrieg entschließt sich Fabian, seinem Interesse für die Literatur nachzugehen. Er studiert Germanistik in Berlin und erlangt dort seinen Doktortitel. Dennoch führt ihn sein beruflicher Weg in die Werbung, wo er für eine Zigarettenfirma tätig ist. In dieser Funktion erstellt er Reklametexte und konzipiert Werbekampagnen. Trotz seiner kreativen Fähigkeiten und der Ideen, die er für die Werbefirma in petto hat, sieht sich Fabian mit der traurigen Realität konfrontiert, seine Arbeit zu verlieren.
Obwohl Fabian beruflich gescheitert ist, bleibt eine konstante Quelle seines emotionalen Rückhalts seine Beziehung zu seiner Mutter. Diese besucht ihn regelmäßig, und es zeigt sich, dass zwischen den beiden eine enge Bindung besteht. Das seltene Zusammentreffen mit seinen Eltern verdeutlicht jedoch auch, wie entfremdet Fabian von seiner Familie ist, was zu seiner inneren Zerrissenheit beiträgt.
Fabians bester Freund, Stephan Labude, bietet ihm in der oft tristen Realität eine Art Stabilität. In Bezug auf romantische Beziehungen bewegt sich Fabian in einem ambivalenten Raum. Während er keinen festen Partner hat, erlebt er sporadische sexuelle Kontakte mit verschiedenen Frauen. Besonders auffällig ist die Beziehung zu Cornelia Battenberg, die seine Sehnsucht nach einer dauerhaften und bedeutungsvollen Partnerschaft widerspiegelt. Nach der Trennung von Cornelia empfindet er eine tiefe innere Leere und vermisst sie stark.
Die psychologische Verfassung Fabians ist durch Resignation und Orientierungslosigkeit geprägt. Er vermisst beruflichen Ehrgeiz und findet oft nur Ablenkung in der Berliner Kultur- und Unterhaltungsszene. Seine Empfindungen bezüglich der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Lage sind durch Pessimismus und Zynismus gekennzeichnet. Diese Einstellung verstärkt das Gefühl der Perspektivlosigkeit, welches ihn fortwährend umgibt. Nur die kurzzeitige Beziehung mit Cornelia scheint ihm einen Lichtblick zu bieten und seine Resignation vorübergehend zu lindern.
Insgesamt zeigt sich Fabian als ein komplexer Charakter, der zwischen Hoffnung und Verzweiflung balanciert. Die verschiedenen Aspekte seines Lebens—beruflicher Werdegang, familiäre Bindungen und soziale Kontakte—veranschaulichen eine tieferliegende Suche nach Sinn und Erfüllung in einer unsicheren Welt.